Zwischen Hitzeschlacht und herzlichen Begegnungen

Grün-Weißer reiste zu den offenen Sächsischen Master-Landesmeisterschaften
Artikel vom 6. Juli 2026
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Bad Gandersheim.
Obwohl am Wochenende vielerorts Hitzerekorde fielen, hieß es für den SVG-Leichtathleten Martin Fürle: auf nach Dresden. Am Sonnabendmorgen zeigte das Thermometer bereits um 9.15 Uhr als der wegen der extremen Witterung vorverlegte 400-Meter-Lauf anstand, schon rund 36 Grad an. Als später um 11.45 Uhr die 200 Meter folgten, hatte sich das Stadion bereits auf nahezu 40 Grad aufgeheizt.
Über 400 Meter lief Martin Fürle 61,3 Sekunden – lediglich eine Zehntelsekunde über seiner Saisonbestleistung. Die anschließenden 200 Meter wurden dagegen zur reinen Hitzeschlacht. Mit 28,3 Sekunden spielte die Zeit angesichts der Bedingungen kaum eine Rolle. Über 400 Meter verpasste Martin Fürle als Vierter das Podest denkbar knapp um nur eine Zehntelsekunde. Über 200 Meter machte sich die fehlende Sprintspezialisierung bemerkbar – schließlich liegen seine eigentlichen Stärken auf den Mittelstrecken.
Doch an diesem Tag standen ohnehin nicht Bestzeiten oder Platzierungen im Vordergrund. Es waren vor allem die Begegnungen, die die Reise nach Dresden besonders machten. Gleichzeitig wurden in Dresden nämlich auch die Deutschen Para-Meisterschaften sowie die Deutschen Hochschulmeisterschaften ausgetragen. Dadurch traf im Heinz-Steyer-Stadion ein außergewöhnlich hochklassiges Teilnehmerfeld mit Athleten aus dem gesamten Bundesgebiet an.
Ein besonderes Erlebnis war das Treffen mit dem Paralympics-Sieger Niko Kappel. Der sympathische Ausnahmeathlet nahm sich Zeit für ein Gespräch, und schnell entwickelte sich ein lockerer Austausch, der einmal mehr zeigte, dass der Sport Menschen verbindet – unabhängig von Disziplinen oder Erfolgen. Solche Begegnungen bleiben oft länger in Erinnerung als Zeiten oder Platzierungen.
So blieb am Ende zwar die erhoffte Generalprobe vor den Norddeutschen Meisterschaften in Cottbus am kommenden Wochenende etwas hinter den Erwartungen zurück. Viel wichtiger aber war die Erkenntnis, dass Wettkämpfe weit mehr sind als Zeiten und Platzierungen. Sie sind Orte der Begegnung, der Freundschaften und des gegenseitigen Respekts. Mit diesen Eindrücken im Gepäck richtet sich der Blick nun auf Cottbus, wo Martin Fürle wieder auf seinen eigentlichen „Haus“-Strecken über 800 und 1500 Meter angreifen wird.
BU:
Im Gespräch mit Para-Athlet Niko Kappel: Martin Fürle in Dresden. FOTO: privat
